Der Teschtirp interessiert sich für die Evolution. Und er hat versucht, die Frage evolutionär zu beantworten, warum sich in Bayern die CSU nach über 50 Jahren Skandalwirtschaft immer noch an der Macht halten kann.

Teschtirp erklärt die Evolution
Nehmen wir mal einen Norddeutschen, einen Friesen. Der hat es mit Ebbe und Flut zu tun, ein stetiger Wandel, da gibt es Sturmfluten und Piraten, entweder waren sie die Piraten, oder man musste sich auf die Piraten einstellen, da musste man flexibel bleiben.

Bayern war andererseits lange ein Agrarstaat, da bewährt sich die Kontinuität, da gibt es den 100-jährigen Kalender, und der hat Bestand. Und wenn der Mensch auch das Wetter kaputt macht, der Kalender gilt immer noch. Oder die Bauern-Regeln, die haben vor 200 Jahren gegolten, die gelten heute immer noch. Da hält man am Traditionellen fest, weil man dann Erfolg mit der Ernte hat.

Nachdem ja der Angepasste überlebt, haben sich in Norddeutschland eher die Flexiblen durchgesetzt, in Bayern die Konservativen: Nord-Süd-Gefälle.

Eines kommt noch hinzu:

In so einem engen Bergtal, da wird man zwangsläufig trübsinnig, wenn man links und rechts die Berge aufsteigen sieht, da bekommt man einen Tunnel-Blick, da kann nur der überleben, der sich psychische Scheuklappen zulegt. Und diese Scheuklappen, werden im Lauf der Evolution vom Phänotyp zum Genotyp. Das heißt einfach ausgedrückt, die Scheuklappen, die sich der Vater zum Überleben zugelegt hat, erbt auch der Sohn und werden zur Erbmasse. So wie sich beim Elefant aus Nase und Oberlippe ein Rüssel gebildet hat, so wachsen dem Bayern aus Augenlider und Schädelknochen Scheuklappen, zumindest geistige.

Und jetzt lassen wir so einen mal zur Wahl gehen:

Der kann sich zehnmal vornehmen, dass er Rot oder Grün wählt, wenn der in die Wahlkabine geht, sieht er mit seinen Scheuklappen nur CSU. Und wenn er wirklich daneben SPD erblickt, und er möchte da sein Kreuz hinmachen, dann bekommt er es mit seinen Genen zu tun, dann fängt er zu zittern an, dann wird er fickrig, dann ... Der geht aus der Wahlkabine hinaus und ist überzeugt, dass er diesmal etwas anders als CSU gewählt hat - hat er aber nicht, der hat sein Kreuz wieder bei der CSU hineingezittert.

Den Bayern liegt der Konservativismus im Blut, das traditionelle Denken ist genetisch bedingt. Da will man kein Jugendzentrum, weil das nicht zum traditionellen Denken passt. Wenn jetzt beispielsweise auch ein Bayer ein Jugendzentrum will, dann hat der einen genetischen Defekt. Der behauptet zwar, dass nur ein größeres Hirn hat, aber ein größeres Hirn ist vielleicht ein Gen-Defekt.

Beständigkeit bedeutet für Konservative Sicherheit.
Ein Konservativer hängt am Altbewährten, das Altbewährte gibt Sicherheit.
Ein Konservativer geht zur CSU, da "ghert ma zu de Mehran", das gibt ein Plus an Sicherheit.

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